Kiels Gelehrtes Erbe

Kiels Gelehrtes Erbe

Aktuelles Projekt

Visualisierung des aktuellen Vorhabens

Visualisierung: Gisbert-K. Jungermann

Wiedererrichtung der Statuen der vier Philosophen

Die geplante Wiedererrichtung der Statuen der vier Philosophen im Schlossgarten knüpft an das historische und kulturelle Erbe der Stadt an.

Für die Universität bedeutete die Entscheidung der preußischen Regierung über die Errichtung des Kollegiengebäudes 1869 mit den Statuen der vier Philosophen die Ausräumung der letzten Zweifel an ihrem endgültigen Fortbestand. Diese Entscheidung zum Bau des Kollegiengebäudes mit seinen vier Portalstatuen hat damit heute noch eine große symbolische Bedeutung für die Universität. Diese übergeordnete Bedeutung soll durch eine Wiedererrichtung der vier Philosophen wieder das Gedächtnis der Kieler Bürger, der Gäste der Stadt und Universität gerufen werden. Zugleich wird auch durch den geplanten Standort als Schnittstelle zwischen städtischem Schlossgarten und dem anschließendem Gelände der Universitätskliniken die enge Verbindung und beiderseitige Wertschätzung von Stadt und Universität symbolisiert.

Als fachlichen Berater hat der Verein Kiels Gelehrtes Erbe mit dem Bildhauer und Restaurator Rudolf Böhm einen der renommiertesten Bildhauer Deutschlands gewinnen können. Rudolf Böhm leistete 40 Jahre lang als Leiter der Skulpturenrestaurierung bei der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Pionierarbeit; u.a. hat er im Schloss Sanssouci in Potsdam alle Marmorskulpturen vom Rondell an der Großen Fontäne im Park nachgebildet und die Bildhauerarbeiten beim Fortunaportal künstlerisch geleitet.

Wir meinen, dass die Aufstellung der rekonstruierten Statuen auch die Attraktivität des „Altstadtquartiers“ erhöhen kann. Nach den ausgearbeiteten den Plänen sollen die Statuen in einer Blickachse vom Schloss her erkennbar sein und zum Besuch des Schlossgarten einladen.

Unterstützung durch die Stadt Kiel

Die Schirmherrschaft des früheren Oberbürgermeisters und Ministerpräsidenten Torsten Albig hat der amtierende Oberbürgermeister der Stadt Kiel Dr. Ulf Kämpfer übernommen. Die Rathausfraktionen haben dem Vorhaben vorbehaltlich der Zustimmung des damals zuständigen Dezernenten, Herrn Bürgermeister Todeskino, und der Fachabteilung zugestimmt. Diese Zustimmung hat Herr Todeskino in einem Gespräch, an dem auch die Fachabteilung beteiligt war, erteilt. Es wurde dabei Einigkeit erzielt, dass die Statuen, wie geplant, an der nördlichen Seite des Schlossgartens, an der Grenze zum Universitätsbereich aufgestellt werden sollen. Der ausführende Bildhauer, Rudolf Böhm, hat den Verein im Dialog mit dem damaligen Bürgermeister fachlich unterstützt. Er hat unterdessen, nach Zusendung eines aktuellen Grundrisses des Schlossgartens durch das Grünflächenamt, die Statuen in den geplanten Standort eingezeichnet und zugleich eine Visualisierung durch eine Bildmontage der Statuen vorgelegt. Die Fachabteilung wird das Vorhaben fachlich unterstützen und begleiten.

Damit sind alle politischen und fachlichen Voraussetzungen für die Durchführung des Vorhabens geschaffen und der planerische Ablauf positiv abgeschlossen.

Unterstützung durch die Christian-Albrechts-Universität

Auch die Christian-Albrechts-Universität hat sich das Anliegen des Vereins zu eigen gemacht, der ehemalige Präsident der Universität, Prof. Dr. Gerhard Fouquet, ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Die vier Dekane der vier Gründungsfakultäten haben in ihrem Beitrag die Bedeutung der vier Philosophen für die heutige Zeit deutlich gemacht (Kieler Nachrichten, 30.03.2013, s. hierzu Presse)

Berichterstattung

Die Kieler Nachrichten haben unser Vorhaben durch fortlaufende Berichterstattung unterstützt, auf den Abschnitt Presse wird dazu hingewiesen. Die Resonanz in der Kieler Bevölkerung war überaus positiv. Den aktuellen Bericht in den Kieler Nachrichten vom 18.August diesen Jahres finden Sie in der Rubrik Presse.

Finanzierung des Vorhabens

Finanziert werden soll das Vorhaben ausschließlich durch Spenden oder Stiftungen (s. hierzu Spenden). Der Verein ist berechtigt, für Spenden zur Verwendung der satzungsgemäßen Zwecke und Mitgliedsbeiträge Zuwendungsbestätigungen gemäß Amtlichem Vordruck auszustellen (s. hierzu den Abschnitt Spenden). Dem ersten Spendenaufruf sind viele Kieler Bürger gefolgt.

Aktueller Stand des Vorhabens

Dem ersten Spendenaufruf sind viele Kieler Bürger gefolgt. Die Spenden erlaubten es, mit dem Vorhaben durch vorbereitende und notwendige Maßnahmen zu beginnen. So wurde von dem Fragment des Aristoteles im Audimax der Universität ein Abguss durch einen Fachbetrieb angefertigt. Dieser ist Grundlage auch für die Gestaltung der anderen Statuen, für die nur Fotografien vorhanden sind. Der Bildhauer hat sodann einen Bozzetto des Aristoteles (ein vierzig Zentimeter große Gipsfigur) gefertigt, der wiederum notwendige Vorlage für die bildhauerischen Arbeiten an der Statue ist. In den nächsten Schritten sollen die drei übrigen Figuren in gleicher Form rekonstruiert werden. Auf dieser Grundlage können dann in einem letzten Arbeitsschritt die überlebensgroßen Statuen wieder in Kalksandstein gehauen und schließlich aufgestellt werden.

Die dafür die notwendigen weiteren finanziellen Mittel müssen über Spenden eingeworben werden. Um die dafür notwendige Aufmerksamkeit für das Projekt zu erzeugen, sind die Kulturschaffenden und besonders die Kulturexperimentierenden in der Stadt gebeten worden, mit eigenen Beiträgen zum Erfolg beizutragen. Dazu wird der Plan verfolgt, vom Sommer 2018 bis zum Sommer 2019 ein Jahr mit phantasievollen Aktionen und Projekten den Philosophen und ihrer Auferstehung zu widmen.

Dazu stehen künstlerisch die vier Bozzetti zur Verfügung, die dann auch in elektronischer Form genutzt werden können, beispielsweise für verfremdete 3D-Druck-Vorlagen oder sprechende Poster. Außerdem ist vorgesehen, einen Aktionstag im Sommer im Schlossgarten zu veranstalten, der auch der Präsentation von künstlerischen Projekten dienen soll. Die Kieler Gelehrtenschule hat beispielsweise zugesagt, im Oberprimakurs Philosophie zu jedem der vier Philosophen einen Film über ihr Leben, Wirken und ihre Stellung unter dem Thema „Tod“ zu drehen, in den Griechisch-Kursen werden fiktive Gespräche mit den vier Philosophen organisiert und für das Jubiläumsjahr der Schule 2019 ist ein Benefizkonzert angedacht, das der Stardirigent Justus Frantz musikalisch leiten möchte und das als Raum für Aktionen oder Ausstellungen genutzt werden könnte. Zudem haben die Dekane der Fakultäten jeweils eine geistige Patenschaft für „ihren“ Philosophen übernommen und stehen für Kooperationen sicherlich ebenfalls zur Verfügung. Die Universitätsgesellschaft oder die „Night of the Profs“ kommen als weitere Partner des Aktionsjahres in Betracht. Für Crowdfunding-Plattformen der Kulturschaffenden können werthaltige Werke wie z.B. Bronzefiguren der Philosophen oder anderes Einzigartiges angeboten werden. Der Kreativität werden keine Grenzen gesetzt.

Förderer können mit 3 D-Druckern gefertigte Kopien (Miniaturen) von Statuen in gewünschter Größe (bis 50 cm) erwerben und in Verbindung mit dem Standort der Statuen auf ewig besonders gewürdigt werden. So ist der Rechtsanwaltskanzlei Lauprecht für ihre Spende über 10.000 Euro am 16. August 2018 eine Kopie des Bozzetto feierlich überreicht worden. Die Kieler Nachrichten haben hierüber am 18.August 2018 ausführlich berichtet (s. hierzu Presse).

Abgeschlossenes Projekt des Vereins (2009)

Gedächtnisstele für die Brüder Justus und Theodor Olshausen

Als erstes Projekt hat der Verein 2009 unter dem Motto „Demokratie 1848“ die Aufstellung einer Gedächtnisstele für die Brüder Justus und Theodor Olshausen in der Universität an markanter Stelle am Verwaltungshochhaus an der Olshausenstraße erfolgreich organisiert. Das Projekt ist vom Ministerpräsidenten, dem Präsidenten des Landtages und von der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein sowie von der Investitionsbank Schleswig-Holstein, den Provinzial Versicherungen und der Studentenverbindung Corps Alemannia zu Kiel finanziell gefördert worden. Die Gedächtnisstele ist im Juni 2009 unter aktiver Beteiligung der Stadtpräsidentin, Frau Kietzer, eingeweiht worden. Die Medien haben hierüber ausführlich berichtet (Kieler Nachrichten. 9.6.2009).